Ferdi

So sah ich mit 18 Jahren aus, dieses Bild ist aus dem alten, inzwischen ersetzten Führerschein. Gerade noch erkennbar, oder?

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Und so sah ich 2016 mit 63 Jahren aus, kaum verändert, nicht wahr?

Gedanken zum Schuldienst

Seit dem 1.8.2014 bin ich nicht mehr berufstätig, sondern genieße nach über 40 Dienstjahren im öffentlichen Dienst (zuerst Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr, später Gymnasiallehrer für Chemie und Biologie) nur noch meinen Ruhestand.

Da ich als normaler Lehrer ganz offensichtlich nicht zu den "Leistungsträgern" in diesem Land gezählt wurde - wahrgenommen in Form ständiger Anfeindungen dieses Berufes durch Politik und Medien trotz mieser Bezahlung -, macht es sicher nichts, dass ich mir etwas entnervt die letzten vier Jahre in der Schule geschenkt habe und mit entsprechenden Abschlägen vorzeitig in Pension gegangen bin. Wenn man als älterer Kollege das Gefühl vermittelt bekommt, als altmodischer Knacker ohne Hang zur ständigen Selbstdarstellung nur noch geduldet zu sein, weil handwerklich ordentliche Wissensvermittlung nach eigener, über viele Jahre bewährte Art nicht mehr gefragt ist, sollte man sich abwenden. Mit zwei studierten Naturwissenschaften im Gepäck wurde es mir auch zu blöd, meine Zeit zum großen Teil nur noch als Hilfserzieher für zu viele minderbegabte Kinder und Jugendliche totzuschlagen. Da war es schon segensreich, dass man diese Schüler/innen aufgrund zunehmender "Event-statt-Unterricht"-Kultur nur unregelmäßig zu sehen bekommen hat.

Mit dem Gymnasium, an dem ich 1982 mal begonnen habe, hat diese Schulform heute kaum noch etwas gemeinsam. Solide Wissensvermittlung wurde durch allerlei Präsentations-Brimborium ersetzt, was vor allem schwächeren Schülern ganz sicher nicht zugute kommt. Die Verkürzung der Gymnasialzeit hat das Problem zusätzlich verschärft. Aber was erwartet man auch von einer Gesellschaft, in der es nur noch darum geht, Geld hin und her zu schieben, um damit so genannte "Gewinne" zu machen? Ein Hort technischer und naturwissenschaftlicher "Innovation" ist unser Land schon länger nicht mehr, spätestens seit der Zeit, als Schulen das "Börsenspiel" entdeckt haben und so etwas wie "Jugend forscht" sich als vergleichsweise anstrengend erwiesen hat. Die "Bildungsrepublik" findet mit knauserigen Finanzministern nicht statt, Dinge wie "Bankenrettung" sind deutlich wichtiger.

Ich fürchte, da wird eine ganze Generation von Dummschwätzern für den Arbeitsmarkt weniger verbleibender Großkonzerne herangezogen, die mit Glück so gerade eben das versteht, was in der Berufswelt verlangt wird, aber kein Stück mehr. Mit Studium an einer Universität wird es für viele schon eng werden. Aber möglicherweise begegnen auch Hochschulen diesem Problem mit sukzessiver Absenkung des Niveaus. Die Typen, die ich in den 1970ern schon als Student kennengelernt hatte, und die schon damals unentwegt vom "unnützen Faktenlernen" faselten, haben sich offenbar durchgesetzt. Bildung? Was ist das? Kunst, Musik? Bringt kein Geld, überflüssig!

Gedanken zur Flüchtlingshilfe

Ein Weile habe ich mich mit Flüchtlingen in der örtlichen Samtgemeinde herumgeschlagen, weil ich im Jahre 2015 der Auffassung war, dass die staatlichen Stellen überlastet waren und ich ihnen als Staatsbürger vielleicht helfen sollte. Ich machte die Erfahrung, dass sich die staatlichen Stellen zu Beginn darüber freuten und auch Anerkennung zeigten. Das Netzwerk aus freiwilligen Helfern begann aber bald zu bröckeln, und irgendwann stand ich mit meinen Fahrdiensten ziemlich allein da. Das führte dann dazu, dass ich von einigen Flüchtlingen direkt immer häufiger in sehr fordernder Art für irgendwelche Fahrten angefragt wurde, und zwar ohne jede Rücksicht auf Wochentag und Tageszeit, und meistens sehr kurzfristig. Darüber hinaus entwickelte sich meine Tätigkeit immer mehr in Richtung Briefe erklären, Anträge stellen, Behördengänge erledigen, Formulare ausfüllen, ständig irgendwelche Arztbesuche organisieren, alles Tätigkeiten, die ich eigentlich gar nicht anfassen wollte.

Ich kann auch dem Staat den Vorwurf nicht ersparen, dass sich in der Betreuung der Flüchtlinge nach fast zwei Jahren nicht viel geändert hat. Beispielsweise wäre es sinnvoll gewesen, flächendeckend für fest angestellte Übersetzer der zwei oder drei gefragten Sprachen zu sorgen, die den Flüchtlingen mit Rat und Tat zur Seite stehen. In Wirklichkeit wird nach wie vor behelfsmäßig mit "Händen und Füßen" herumgewurstelt. Mit "Wir schaffen das" war wohl gemeint "Ihr Ehrenamtlichen schafft das schon". All das hat mich ziemlich viel Nerven und noch mehr Zeit und Geld gekostet, damit ist für mich jetzt bis auf wenige Ausnahmen in Form wirklich wichtiger Einsätze Schluss.

Überdies habe ich durch den Kontakt zu unseren Flüchtlingen in der Gemeinde den Eindruck gewonnen, dass wir "schon länger hier Lebenden" reichlich "Schutzsuchende" bekommen haben, die als Analphabeten in ihrer eigenen Sprache ausschließlich in unsere Sozialsysteme einwandern, aber in ihren Heimatländern keineswegs verfolgt wurden. Als "Arbeitskräfte" sind sie völlig unbrauchbar und werden das auf absehbare Zeit auch bleiben, da sich bei den meisten die Kenntnisse der deutschen Sprache nur sehr schleppend entwickeln. Sie sind damals der "Einladung" unserer Kanzlerin gefolgt und haben sich in Deutschland - und nur hier, nicht in "Europa" -, ein besseres Leben erhofft. Die Öffnung der Grenzen im Jahr 2015 war ein krasser Fehler. Was geschieht eigentlich, wenn beim nächsten Ausraster unserer Regierenden noch einmal ein Million Flüchtlinge in unser Land strömt? Wie wirkt sich das z.B. auf Sozial- und Rentenkassen und den Wohnungsmarkt aus? Eine Frage, die auch im Bundestagswahlkampf kein Journalsist irgendeinem Politiker stellt. Das ist sehr kurzfristges Denken in einem Land, in dem angeblich täglich das Weltklima gerettet wird. Über den zunehmenden Antisemitismus durch die "eingewanderten" Migranten wird hier im Staat des Holocausts nicht mal ansatzweise diskutiert.

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